Das Schlossfest musste dem Wetter trotzen

Jubiläumsfest zum 20-Jährigen stand witterungsmäßig leider unter keinem guten Stern

Schlossfest Freyung 2018 2Nachdem monatelang hochsommerliche Tage und Nächte vorherrschten, erwischte es akkurat das Schlossfest mit dem ersten witterungsmäßig „schlechtem“ Wochenende. Dennoch: Trotz immer wieder einsetzenden Regenschauern, vor allem am Freitag, ließen sich die Freunde des Mittelalterfestes nicht davon abhalten, immer wieder vorbei zu schauen und sich unterhalten zu lassen. Wann immer es das Wetter zuließ, ließen die „Spielleut Eichelheer“ Dudelsack und Trommeln erklingen. Wanderprediger Barba Nora und seine Novizen boten Einblicke in Heil- und Foltermethoden und Zauberer Frants begeisterte mit seinen Zauberkünsten. Wie immer waren die Greifvögel ein Besuchermagnet. Die Schwertkampfgruppe „Mortiferr“ wetzte vor der Kulisse des Schlosses regelmäßig die Klingen. Einer der absoluten Höhepunkte war der „Wandernde Hannes“, der an Galgen, auf Tisch und Stühlen waghalsige Akrobatik bot. Die Schauspieler ließen sich schon gar nicht beirren und boten, soweit es ging das historisch Theater im Schlossinnenhof.

„Gegen das Nieseln halfen Plastikfolien über der Lichtanlage, die Zuschauer kamen trotzdem. Nur beim Schnürlregen am Freitagabend musste die Premiere ausfallen“, bedauert Ulli Dittlmann. Der Festzug am Freitag von der Auaus kam zumindest (fast) trockenen Fußes in Bewegung. Die Schwertkampfgruppe Mortiferr, die „Spielleut Eichelherr“, der „wandernde Johann“ und die Böllergruppe der FSG Freyung stimmten schon zuvor auf dem Stadtplatz ein. Beim Schloss Wolfstein hieß der Vorsitzende des Historischen Vereins Werner Haug willkommen. Bürgermeister Dr. Olaf Heinrichs Dank galt dem Landkreis dafür, den Ort „nutzen zu dürfen“, und für das Engagement der Verantwortlichen und Helfer, die wieder eines der bedeutendsten Feste in Freyung auf die Füße gestellt hatten. Namentlich nannte er angesichts des 20-jährigen Jubiläums Sem Sellner, der das Fest begründete; Hans Bauernfeind, der es jahrelang organisierte sowie dessen Nachfolger Karl Schmid und nun Werner Haug.

Für das mittelalterliche Leben sorgten auf dem Schlossplatz die Schweden und im Forstgarten historische Gruppen. Sobald es einigermaßen trocken war, wurde auch das Programm auf dem Schlossplatz durchgezogen. Auf offenem Feuer wurden deftige „Speysen“ zubereitet, mittelalterliche Musik erklang und immer wieder die schweren Waffen gezogen.

Highlight war der „Wandernde Hannes“: Lukas Johannes Aue aus Ansbach. Von Beruf Akrobat, zeigte er vor den Toren von Schloss Wolfstein sein „Galgenspektakel“ und einzigartige mittelalterlich angehauchte Akrobatik und erntete dafür begeisterten Applaus. Immer wieder ließen sich Kinder mit dem Riesenrad aus Kolin bei Prag, in die Lüfte heben. Das hölzerne Gefährt ist eine Nachbildung eines Riesenrades aus Frankreich, gebaut nach historischen Plänen um das Jahr 1650. Auch das Marionettentheater „Schlampunzen“ zog genau wie Zauberer Frants wieder die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich. Neben den Falken war der Sperbergeier mit seiner Flügelspannweite von über zwei Metern der Star der Flugvogelschau. Und: Trotz all dem Nass von oben zeigten sich die Organisatorenzufrieden mit dem Festverlauf.

Teilnehmer waren: Historischer Verein „In der Freyung“ mit Trommlern, Marktwächtern, Schwedentruppe und Schwertkampfgruppe; Wolfsteiner Bühne; Flauti Dolci; Ratsbürger Freyung und Ehrengäste; Ratsbürger Winterberg; Burgfräulein und Ritter des Kindertagen St. Anna; Historischer Verein Alt-Tilly Altötting; Waldkirchener Marktrichter mit Fahnenschwinger; Frauenbund Freyung; Herrschaft Burg Kaltenstein; Musikgruppe Eichelheer; Barbra Nora; Falkner; Stelzengeherinnen; Mittelaltergruppe Alcmuna; Arcus Fractus; Graineter Säumer; Säumer Grafenau.