NATUR NATUR SEIN LASSEN

Im ältesten Nationalpark Deutschlands gilt die Philosophie „Natur Natur sein lassen“. Hier dürfen sich die Wälder eigenständig nach den Gesetzen der Natur ohne zutun des Menschen entwickeln. Es entstehen ungewöhnliche Waldbilder, die wir aus den Wirtschafswäldern nicht kennen. Die Nationalparkwälder sind vielfältig und reich an Totholz. Hier leben Tiere, Pflanzen und Pilze, die im Wirtschaftswald kein Zuhause mehr finden. Der Nationalpark ist auch ein Zentrum der biologischen Vielfalt in Mitteleuropa. Er erfüllt in der Region des Inneren Bayerischen Waldes viele verschiedene Aufgaben, er steht z. B. für Umweltbildung, für Waldforschung aber auch für die Entwicklung des Tourismus.

 

Nationalpark_BayWald_Klein

Fläche: 24.217 ha (ca. 242 km²)

Lage: Ostbayern, Landkreise REG und FRG von Bayerisch Eisenstein bis Finsterau entlang der Grenze zu Tschechien

Gründung: 1970 im Rachel-Lusengebiet -> erster Nationalpark Deutschlands

Erweiterung: 1997 im Falkenstein-Rachelgebiet

Höchster Punkt: Großer Rachel (1453 m)

Tiefster Punkt: Kolbersbach bei Ludwigsthal (600 m)

Bedeutende Berge: Großer Rachel (1453 m), Lusen (1373 m), Großer Falkenstein (1315 m)

Bedeutende Flüsse und Bäche: Großer Regen, Deffernik, Kolbersbach, Kleiner Regen, Flanitz, Große Ohe, Reschwasser

Gletscherseen: Rachelsee

Hochmoore: Großer Filz, Klosterfilz, Föhraufilz, Zwieselter Filz und Latschenfilz

Klima: Grenzbereich zwischen atlantischem Tiefdruckgebiet und zentraleuropäischem Hochdruckgebiet

Waldanteil: 98 %

Flora: Bergmischwald, Moorfichtenwald, Bergfichtenwald, Hochmoore und Gewässer; Besonderheiten: Ungarischer Enzian, Karpatenbirke und Flachbärlappe

Fauna: Luchs, Auerhuhn, Wanderfalke, Rothirsch, Fischotter, Wasseramsel und Schwarzstorch

Kulturdenkmale: Reschbachklause, Schachten, Martinsklause, Schachtenhaus, Racheldiensthütte, Tummelplatz, Höllbachschwelle

Trinkwassertalsperre: Frauenau

Einwohner: ca. 600 Personen

Siedlungen im Nationalpark: Glashütte, Weidhütte, Waldhäuser, Altschönau, Guglöd, Neuhütte, Schleicher und Zwieslerwaldhaus

Erwerbszweige: Tourismus, Dienstleistung

Besucherzentren: Hans-Eisenmann-Haus, Haus zur Wildnis, Waldgeschichtliches Museum St. Oswald

Infostellen: Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein, Naturparkhaus Zwiesel, Nationalpark- und Gästeinformation Spiegelau, Nationalpark- und Gästeinformation Mauth, Glasmuseum Frauenau, Schloss Wolfstein.

Sehenswürdigkeiten: die ungelenkte natürliche Waldentwicklung v. a. im Rachel-Lusengebiet sowie die Urwaldgebiete „Mittelsteighütte“ und „Hans-Watzlik-Hain“ bei Zwieslerwaldhaus
Hauptsitz der Nationalparkverwaltung:
Grafenau
Anzahl der Mitarbeiter: ca. 200
Ziel: „Natur Natur sein lassen“
Aufgaben: Naturschutz, Bildung und Information, Forschung, Förderung der Regionalentwicklung
Rechtsgrundlage: Verordnung über den Nationalpark Bayerischer Wald
Entwicklung: nach den international geltenden Kriterien als Nationalpark anerkannt; „Natur Natur sein lassen“ im Rachel-Lusengebiet auf 75 % der Fläche seit 1990, im Falkenstein-Rachelgebiet voraussichtlich im Jahr 2027; Borkenkäfer im Randbereich kontrolliert und – wenn möglich – zum Schutz der angrenzenden Privatwälder beseitigt.

NATIONALPARK BAYERISCHER WALD

 

Der Nationalpark Bayerischer Wald ist ein Nationalpark im Hinteren Bayerischen Wald direkt an der Grenze zu Tschechien. Er wurde am 7. Oktober 1970 als erster Nationalpark Deutschlands gegründet. Seit der Erweiterung vom 1. August 1997 hat er eine Größe von 24.217 Hektar.
Zusammen mit dem unmittelbar angrenzenden tschechischen Böhmerwald bildet der Bayerische Wald die größte zusammenhängende Waldfläche Mitteleuropas.